Stand: Oktober 2026 Wärmepumpe PV

Die Wärmepumpe ist nur so gut wie ihre Auslegung. Das gilt im Winter besonders, wenn der Strombedarf am höchsten ist.

Was „ausgelegt“ heißt

Die Heizlast ist die Wärmemenge, die Ihr Gebäude bei der kältesten Außentemperatur Ihrer Region pro Stunde braucht, um die Solltemperatur zu halten. Sie wird raumweise nach DIN EN 12831 berechnet. Schätzwerte aus der alten Kesselleistung oder der Wohnfläche taugen dafür nicht. Nach Dämmung und Fenstertausch liegt der Bedarf oft deutlich unter dem früheren Verbrauch. Mehr dazu im Beitrag Heizlastberechnung.

Zu groß oder zu klein

Zu groß

Takten statt Laufen

Eine überdimensionierte Wärmepumpe läuft nur kurz, schaltet ab und startet wieder. Jeder Start kostet Effizienz, und der Verdichter altert schneller. Die Jahresarbeitszahl sinkt, die Stromrechnung steigt.

Zu klein

Heizstab im Frost

Bei Frost reicht die Leistung nicht mehr. Dann schaltet sich ein Heizstab zu. Er wandelt Strom nahezu eins zu eins in Wärme und arbeitet damit deutlich schlechter als die Wärmepumpe selbst. Das sollte die Ausnahme bleiben, nicht der Normalbetrieb.

Die Vorlauftemperatur

Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe. Alte Heizkörper, die für hohe Temperaturen ausgelegt sind, zwingen die Anlage zu mehr. Zur Auslegung gehören deshalb die Heizflächen, der hydraulische Abgleich und die Heizkurve.

Ohne diese Prüfung arbeitet auch eine richtig dimensionierte Anlage schlechter als möglich.

Warmwasser

Der Speicher muss zum Warmwasserbedarf Ihres Haushalts passen. Ein zu kleiner Speicher bedeutet kalte Duschen am Abend, ein zu großer verursacht unnötige Bereitschaftsverluste.

Verbraucht die Wärmepumpe im Winter viel Strom?

Ja. Im Winter steigt der Stromverbrauch der Wärmepumpe, weil dann am meisten geheizt wird, und die Effizienz sinkt bei Frost. Entscheidend ist das Verhältnis über das Jahr: Eine gut eingestellte Anlage liefert auch im Winter mehr Wärme, als sie Strom aufnimmt.

Wärmebedarf pro Jahr (Annahme)

15.000 kWh

Wärme für das Haus

Wärmepumpe mit Jahresarbeitszahl 3

5.000 kWh

Strom pro Jahr

Gasbrennwertkessel mit 90 % Wirkungsgrad

16.700 kWh

Gas pro Jahr

Rechenbeispiel mit Annahmen, keinen Messwerten. Was das kostet, hängt vom aktuellen Strom- und Gaspreis ab.

PV dazu: Der Winter ist die Lücke

Eine Photovoltaikanlage liefert im Winter wenig. Laut einer Auswertung entfallen auf Dezember und Januar zusammen rund 5 bis 6 Prozent des Jahresertrags einer 10-kWp-Südanlage. Ein kalter, klarer Wintertag ist ein guter PV-Tag, aber ein seltener. Die Wärmepumpe läuft dann am meisten.

KennzahlWert
Dezember und Januar am PV-Jahresertrag (10 kWp, Süd)rund 5 bis 6 %
PV ohne Batteriespeicher am Jahresstrombedarf für Haushalt und Wärmepumpeetwa 20 bis 30 %
PV mit Batteriespeicher am Jahresstrombedarf für Haushalt und Wärmepumpebis zu 40 %

Quellen: Verbraucherzentrale Hamburg, Pressemitteilung vom 27. Februar 2025, und eine Auswertung der Monatserträge für eine 10-kWp-Südanlage.

Warum die Jahresbilanz zählt

Die Anlage erzeugt im Sommer deutlich mehr, als Ihr Haus braucht. Der Überschuss wird selbst genutzt oder ins Netz eingespeist. Eine Wärmepumpe erhöht den Eigenverbrauch, und selbst genutzter Strom ist der wertvollere Teil.

Einspeisung, Teileinspeisung bis 10 kWp

7,70 ct

pro kWh, Anlagen ab August 2026

Netzbezug, Haushaltsdurchschnitt

rund 37 ct

pro kWh laut BDEW

Selbst genutzter Solarstrom

spart Netzbezug

jede kWh zählt mehr als eine eingespeiste

Was Sie nicht übersehen sollten

Ein zu großer Batteriespeicher verschlechtert die Wirtschaftlichkeit und altert schneller.

  • Die Einspeisevergütung könnte sich ändern. Ein Gesetzentwurf des Bundeskabinetts sieht vor, die feste Einspeisevergütung für kleine Anlagen schrittweise abzuschaffen. Der Entwurf ist nicht beschlossen, der aktuelle Stand gehört in jede Beratung.
  • Herstellerangaben zu Amortisation und Autarkie sind mit Vorsicht zu lesen. Eine Rechnung mit Ihren tatsächlichen Verbrauchsdaten ist aussagekräftiger als eine Werbezahl.

Häufige Fragen

Verbraucht eine Wärmepumpe im Winter viel Strom?

Ja, der Verbrauch steigt, weil dann am meisten geheizt wird. Entscheidend ist die Jahresbilanz: Bei einer Jahresarbeitszahl von 3 entstehen aus einer kWh Strom rund drei kWh Wärme.

Kann eine PV-Anlage die Wärmepumpe im Winter versorgen?

Nicht allein. Ohne Speicher deckt eine PV-Anlage etwa 20 bis 30 Prozent des Jahresstrombedarfs für Haushalt und Wärmepumpe, mit Batteriespeicher bis zu 40 Prozent.

Was passiert, wenn die Wärmepumpe zu groß ist?

Sie taktet: Sie läuft kurz, schaltet ab und startet wieder. Das kostet Effizienz und belastet den Verdichter.

Fazit

Wärmepumpe und PV-Anlage passen zusammen, wenn beide richtig dimensioniert sind. Der Winter bleibt eine Lücke, die über Netzbezug geschlossen wird. Ob sich das rechnet, entscheidet die Bilanz über das ganze Jahr, nicht der Dezember. Die Auslegung der Wärmepumpe kommt dabei vor allem anderen: Ohne Heizlast und geprüfte Heizflächen ist jede Wirtschaftlichkeitsrechnung nur eine Schätzung. Zur Grundsatzfrage siehe Wann eine Wärmepumpe sinnvoll ist – und wann nicht.

Welche Größe passt zu Ihrem Gebäude?

Wir prüfen Heizlast, Heizflächen und Warmwasserbedarf und rechnen Strom, PV und Kosten gegeneinander.

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